Jeder, der einen Garten hat oder schon einmal im Park spazieren gegangen ist, lässt sich gerne von den verschiedenen Vögeln ein kleines Liedchen vorsingen. Auch lässt sich hin und wieder ein Vogel am Baum sehen, holt sich ein Körnchen am Futterplatz oder setzt sich frech aufs Fensterbrett. So viele Vogelarten, wie wir im Garten haben, ist es nicht immer einfach, auf den ersten Blick zu sehen, um welchen Vogel es sich handelt. Wir möchten Dir mit diesem Überblick helfen, die verschiedenen Vogelarten schneller zu erkennen, welches Vogelfutter und welcher Nistkasten am besten sind. Um zu den weiterführenden Links oder unseren Produkten zu gelangen, klicke im Text einfach auf die fett gedruckten Begriffe wie Nistkasten oder Futterhaus.

 

Futterhau Nistkasten Insektenhotel Vogeltränke Piep&Matz

 

Welche Unterscheidungsmerkmale gibt es bei Vögeln?

Um Vögel schnell und einfach zu unterscheiden, gibt es verschiedene Merkmale. Als Erstes ist da natürlich der Vogelgesang, der in der Grundlage und in der Melodie sich von Vogel zu Vogel unterscheidet. Dann sind da noch die Größe sowie das Gefieder selbst, mit dem man die verschiedenen Vogelarten unterscheiden kann.

Die mitgliederstärkste deutsche Umweltorganisation NABU bietet Dir sehr umfangreich Möglichkeiten, um mit Hilfe unterschiedlicher tools Dein Wissen über Vögel zu erweitern:

 

NABU-App „Vogelwelt“

Mit Der App kannst du unterwegs oder Zuhause mit Hife der über 1.000 Fotos 308 Vogelarten anhand ihres typischen Federkleids bestimmen, miteinander vergleichen oder melden.

 

Vogeltrainer

Mit dem Quiz "Vogletrainer" kannst Du dein Wissen mit spannenden Fragen über Gartenvögel und Wintervögel trainieren. Du bekommst viele Tipps zur Beobachtung von Vögeln.

 

NABU-Vogelporträts

Auf dieser Seite des NABU werden 307 einheimische Vogelarten porträtiert mit vielen Zahlen, Informationen und Bildern.

 

NABU Vogel des Jahres

Der NABU und LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern) küren seit den 1970er Jahren den Vogel des Jahres. Hier findest du alle Vögel des Jahres.

 

 

Vögel unterscheiden am Gesang

Der Vogelgesang ist ein der Naturwunder. Wer sich für Vögel interessiert, sollte sich die wichtigsten Rufe und Gesänge einprägen. Vögel unterscheiden sich nicht nur am Gesang, sondern auch, wann sie uns mit ihrem Gesang beglücken. Den Anfang am Morgen machen Garten- und Hausrotschwanz, die 80-70 min vor Sonnenaufgang ihr Liedlein trällern. Die Amseln singen ihr Lied ca. 45 min vor Sonnenaufgang, die Kohlmeise 30 min, der Star 15 min und der Buchfink 10 min vor Sonnenaufgang. Wenn Du auch einmal zu den Frühaufstehern zählst und Dein Fenster öffnest, kannst Du ein wunderschönes Stimmengewirr der Vögel lauschen.

 

NABU-Vogeluhr

Die Vogeluhr zeigt an zu welcher Zeit die Vögel mit ihrem Gesang beginnen.

 

Warum singen Vögel?

Vögel singen vor allem zur Brutzeit. Die Männchen verteidigen ihr Brutrevier und erwcken damit die Aufmerksamkeit der Weibchen. Zur Brutzeit und während der Aufzucht der Jungvögel sind die Vogelstimmen nicht mehr so laut. Der Frühling die folglich die beste Zeit um dem Vogelgesang zu lauschen.

 

 

Vögel unterscheiden an der Größe

Am einfachsten ist es, die verschiedenen Vogelarten an der Größe zu unterscheiden. Natürlich fällt einem die Größe der Vögel als erstes ins Auge, unabhängig vom Gefieder.

So ist eine Blaumeise nur um einiges kleiner als eine Kohlmeise, aber im Vergleich zu einer Elster oder einer Dohle fast schon ein Winzling. Natürlich ist die Blaumeise nicht der kleinste Vogel, es gibt noch verschiedene Meisen-Arten, die noch kleiner sind als die Blaumeise. Sogar, wenn man sie anhand der Größe unterscheiden kann, gibt es doch Gemeinsamkeiten, die oft eine Bestimmung schwer machen. Gerade Vogelarten wie die Amsel und der Star oder die verschiedenen Taubenarten sind in etwa gleich und ähneln sich sehr.

 

Vögel unterscheiden am Gefieder

Schlussendlich bleibt einem nichts anderes übrig, als das Gefieder des Vogels genau zu betrachten. Oftmals hilft hier auch ein Fernglas, um bestimmte Eigenschaften besser erkennen zu können.

Sehr große Unterschiede gibt es zum Beispiel zwischen Amsel und den Star, die sich an sich sehr ähnlich sind. So ist die Amsel schwarz mit einem orangen Schnabel, bzw. die Weibchen bräunlich, der Star hingegen ist schwarz, hat aber einen grünvioletten Metallglanz auf den Federn, auch ist der Schwanz um einiges kürzer und nicht zu vergessen die vielen weißen Punkte. Bei Blaumeise und Kohlmeise unterscheiden sie sich natürlich anhand der Farbe Blau bzw. Schwarz. Etwas schwerer wird es wiederum bei den verschiedenen Rabenvögeln wie Kolkrabe oder Dohle. Auch sehr ähnlich sind sich natürlich die Taubenarten wie die Ringeltaube, die Türkentaube sowie die Straßentaube. Wobei natürlich die Straßentaube die bekannteste ist mit ihrem leicht metallischen Kragen am Hals, die Türkentaube wiederum ist grau und hat ein auffälliges Nackenband in Schwarz-Weiß und die Ringeltaube ist bräunlich mit einem grünlichen Nacken und weißen Flecken am Hals. Auch sehr oft verwechselt werden natürlich Vögel, die dieselben Gefiederfarben haben, wie Erlenzeisig, Girlitz und Goldammer. Erlenzeisig ist gelb mit einer schwarzen Kappe auf dem Kopf, der Girlitz hat eine gelbe Stirn und die Goldammer hat Streifen im Gesicht und ist von diesen drei Vögeln auch der größte. Sehr häufig in unseren Gärten zu beobachten sind Hausrotschwanz und Gartenrotschwanz. Diese beiden unterscheiden sich vorwiegend durch die Gefiederfarbe. So hat der Gartenrotschwanz einen roten Bauch und Brust, während der Hausrotschwanz grau-schwarz ist. Zu guter Letzt wird noch auf den Sperling hingewiesen, wobei der Haussperling einen schwarzen Halslatz hat und der Feldsperling weiße Wangen mit einem schwarzen Fleck aufweist.

 

10 Vogelarten, die Du auch im Garten hast

Nun möchten wir auf die verschiedenen Vogelarten eingehen und dir die Besonderheiten der verschiedenen Vogelarten sowie Informationen über den Nistkasten und die Besonderheiten beim Nisten aufzeigen.

 

 

Die Amsel

Amsel

 

Die Amsel gehört zu den Drosseln und ist noch immer der häufigste Gartenvogel, den wir das ganze Jahr über antreffen. Die Männchen sind schwarz mit einem orangenen Schnabel, während die Weibchen ein braunes Gefieder haben mit hellen Tupfern. Amseln gehören zu den Weichfutterfressern und bevorzugen wie viele Vögel Würmer und Rauben, im Winter sind es Äpfel, Haferflocken und Rosinen. Amsel können übrigens sehr gut hören, was man daran erkennen kann, dass sie mit einem schiefen Kopf auf Tiere wie Insekten im Boden hören.

Möchte man den Amseln beim Brüten helfen, eignet sich eine Halbhöhle, ein sehr offener Nistkasten. Die Brutzeit beginnt im März und es wird bis zu 3 Mal im Jahr gebrütet. Der Nistkasten muss hoch oben angebracht werden und sicher vor Katzen und Mardern sein.

 

 

Die Bachstelze

Bachstelze

 

Die Bachstelze gehört zu den eleganten Gartenvögeln, die man auch hin und wieder im Garten antreffen kann. Das typische Merkmal ist der lange wippende Schwanz und das schwarz-weiße Gefieder, das auch sehr markant am Kopf ist. Auch die Bachstelze ist ähnlich wie die Amsel ein Bodenvogel, das heißt, dass sie sich gerne am Boden aufhalten, wenn auch noch Wasser am Boden zu finden ist, watet die Bachstelze gerne darin und badet.

Als Nisthilfe bevorzugt die Bachstelze eine Halbhöhle, die eine große Öffnung hat, aber unten eben doch halb geschlossen ist. Gebrütet wird ab März und nur einmal. Sie sind sehr anspruchsvoll, aber wenn es ihnen gefällt, kommen sie jedes Jahr.

 

 

Die Blaumeise

Blaumeise

 

Die Blaumeise ist dieses Jahr leider sehr in den Fokus gerückt, aufgrund des Bakteriums Suttonella ornithocola, das viele von ihnen sterben ließ. Blaumeisen sind sehr frech und haben ein auffällig gefärbtes Gefieder mit Blau und Gelb und sind sehr häufig am Futterhäuschen im Winter anzutreffen. Blaumeisen sind kleiner als ihre Schwestern die Kohlmeisen. Auch sind sie um einiges lebhafter und können irgendwie nicht stillsitzen.

 

Hier ist als Nisthilfe der Meisenkasten gefragt. Es reicht ein Holzkasten, der ein Einflugloch hat. Oft werden diese einfachen Kästen auch selbst zusammengebaut. Wer Blaumeisen haben möchte, benötigt ein Loch in Größe von 26-28 mm, bei dieser Größe können sich aber auch andere Meisenarten einnisten – außer die Kohlmeise, aufgrund ihrer Größe bevorzugt sie auch ein größeres Loch (32 mm).

 

 

Der Buchfink

Buchfink

 

Der Buchfink ist so groß wie ein Spatz und hat ein braunes Federkleid mit einem blau-grauen Kopf und einem hautfarbenen Schnabel. Auch dieser ist häufig in den Wintermonaten in den heimischen Gärten anzutreffen, er ist auch einer der Vögel, die gerne am Boden herumlaufen, aber häufig ist er jedoch in den Büschen und Baumkronen zu finden.

 

Der Buchfink ist ein sogenannter Freibrüter, der nicht in Höhlen wie die Meise seine Jungen großzieht. Er bevorzugt entsprechend Hecken oder auch einen Efeu. Die Nisthilfe muss hier selbst gebaut werden, indem man Nistbüschel an Bäumen anbringt.

 

 

Der Buntspecht

Buntspecht

 

Diese Spechtart ist in Deutschland am häufigsten anzutreffen und mit seinem schwarz-weißen Gefieder und seinem roten großen Flecken am Hinterteil sehr gut zu erkennen. Beim Buntspecht lassen sich Männchen und Weibchen sehr gut auseinanderhalten, der Mann hat am Kopf ein rotes Band. Während der Specht wenig singt, so hört man ihn doch sehr oft klopfen und trommeln auf den Baumstamm und eine weitere Besonderheit des Buntspechts ist, dass man ihn schon an seiner Art zu fliegen erkennen kann.

 

Der Specht bevorzugt natürlich in erster Linie einen Baum, in dem er sein Nest klopfen kann. Er brütet aber auch in Nistkästen und passt sich hier aber auch das Einflugloch selbst an, da es mindestens 6 cm groß sein muss. Nistkästen für Buntspechte müssen natürlich in erster Linie sehr tief gehen, und können schon mal 55 cm hoch sein.

 

 

Die Dohle

Dohle

 

Die Dohle ist ein großer Rabenvogel, der an Kopf leicht silbern ist und mit seinen blauen Augen sehr auffällig. Sie gelten als sehr intelligente Tiere, die eine sehr hohe Lernfähigkeit aufweisen. Dohlenpaare sind monogam und leben oft ein Leben lang zusammen. Oft kann man Dohlen auch auf dem eigenen Hausdach sehen, vor allem wenn sie Walnüsse das Dach herunterrollen lassen, damit die Nüsse beim Aufprall auf dem Asphalt am Boden aufplatzen.

 

Ob man sich Dohlen in den Garten holen will, sollte man sich gut überlegen, da sie doch auch sehr laut sein können. Sie bevorzugen einen Nistkasten von mindestens 50 cm Höhe und 25 cm breite und das Einflugloch sollte min 8 cm groß sein. Der Nistkasten sollte in mindestens 10 Metern Höhe sein.

  

 

Die Elster

Elster

 

So schön dieser Rabenvogel auch ist mit seinem metallischen Gefieder, ist er doch ein sehr ungeliebter Gast in den Gärten. Der Grund hierfür kann sein, dass Elstern bekannt dafür sind, junge Singvögel zu töten. Die Elster ist häufig auch im Winter im Garten anzutreffen, wo sie sich gerne am Vogelfutter aufhält oder auch den Kompost als Nahrungsort nutzt.

 

Auch die Elster kann sehr laut und gesprächig sein, wenn sie viel zu erzählen hat. Ihre sehr großen Nester bauen sie in Baumwipfel und wer schon mal eines gesehen hat, wird begeistert sein. Mit Nistkästen oder Ähnlichem kann man der Elster nicht kommen.

 

 

Der Feldspatz

Feldsperling

 

Der Spatz oder Sperling ist wohl der am häufigsten vorkommende Gartenvogel, den man Sommer wie Winter mit seinem lauten Geschrei erfolgen kann. Während der Hausspatz auch in Städten zu finden ist bevorzugt der Feldsperling lieber das Ländlichere, wo es ihm an Nahrung nicht mangelt. Sehr interessant ist auch, dass der Feldsperling Koloniebrüter ist, das heißt, dass sie in der Nähe der anderen Spatzenpaare brüten. Auch die Ehe der kleinen Spatzen hält ein Leben lang.

 

Der Spatz bevorzugt ebenso eine Höhle zum Nisten, baut sein Nest aber auch gerne zwischen Dach und Regenrinne. Der Nistkasten sollte ein Einflugloch von 32-36 mm haben, es kann auch oval sein. Bei der Größe des Kastens kann man sich am klassischen Meisenkasten orientieren.

 

 

Der Fitis

Fitis

 

Der Fitis wird oft mit dem Zilpzalp verwechselt und bevorzugt auch Insekten oder Spinnen zur Nahrungsaufnahme. Vorwiegend werden Fitisse an Mischwälder angetroffen, aber auch am Gewässerufer oder in Parks findet man immer wieder die kleinen gelblichen Vögelchen. Unterschieden wird der Fitis zum Zilpzalp aufgrund seiner helleren Bauchseite sowie seiner hellbraunen bis graugelben Beine. Der Fitis ist ein Zugvogel und kehrt aus Afrika im April zurück.

 

Der Fitis bevorzugt eine richtige kleine Höhle aus vielen Zweigen, die er sogar in Bodennähe anbaut. Es gibt Ausnahmen, da brütet der Fitis auch in höheren Lagen oder in alten Nestern des Baumläufers, sodass man durchaus ein Nest für ihn aufstellen kann, aber nicht zu viel erwarten sollte.

 

 

Der Gartenrotschwanz

Gartenrotschwanz

 

Der Gartenrotschwanz ist häufig auch in Parks und in den Gärten zu beobachten. Er bevorzugt Insekten, aber auch gerne Käfern und Spinnen und holt sich die Tierchen auch vom Boden. Sehr auffällig ist beim Gartenrotschwanz die Unterscheidung zwischen Männchen und Weibchen, der Mann ist natürlich bunt gefärbt in Rost mit einem weißen Streifen auf der sonst schwarzen Stirn, während das Weibchen nur beigegrün ist. Auch der Gartenrotschwanz ist ein Zugvogel und kehrt im April wieder zu uns zurück.

 

Bei der Nisthilfe für den Gartenrotschwanz muss man darauf achten, dass er ein ovales Einflugloch bevorzugt, mit einer Größe von 32 x 48 mm. Die Größe des Nistkastens sollte ca. 17 x 28 cm sein.

 

 

Informationen über Nistkästen

 

Nisthöhlen sind der Klassiker, wenn es ums Brüten geht. Und der klassische Meisenkasten ist für viele verschiedene Vögel nutzbar, denn der Unterschied liegt im Einflugloch.

So kann der Nistkasten mit einem Loch in der Größe von 26-28 mm genutzt werden für verschiedene Meisenarten wie Haubenmeise oder Blaumeise. Die Kohlmeise bevorzugt eine Größe von 32 mm. Ebenfalls 32 mm können die Einfluglöcher für Kleiber, Haussperling und Feldsperling sowie Trauerschnäpper sein. Der Star bevorzugt 45 mm und der Gartenrotschwanz wie schon oben erwähnt ein ovales Loch mit 48 x 32 mm.

Je größer der Vogel, desto größer muss natürlich der Nistkasten sein und entsprechend auch das Einflugloch.

 

Wenn Du Deinen Nistkasten selbst bauen willst, gibt’s beim NABU viele Anleitungen dazu. Wenn Du Dir die Arbeit sparen willst, findest Du in unserem Shop schöne Kästen für Deine kleinen Gartenfreunde.

 

Die Nistkästen müssen in einer Höhe von mindestens 2 Metern angebracht werden, je höher, desto besser. Das Einflugloch sollte Richtung Süden oder Südosten zeigen, auf keinen Fall zur Wetterseite (Westen). Bis auf die Koloniebrüter wie der Spatz möchten andere Vogelarten nicht unbedingt direkte Nachbarn beim Brüten, also die Nistkästen weit genug voneinander wegstellen.

Nistmaterial holen sich viele Vögel selbst, man kann sie aber unterstützen, indem man das Moos lockert oder auch nicht jedes Stöckchen vergrämt. Sehr gerne genutzt wird auch das Fell von Katzen und Hunden, wenn man es mit der „Unterfellbürste“ entfernt und im Garten verteilt – in 24 Stunden ist nichts mehr da.

 

Quelle: Nabu